Quest Africa review by Tim Rath

Intake_2__2015_Cooking__Culling__Culture_and_Cut_Heads_by_Asher_de_Jager__Philip_Cox__Jean_Reverdy___Quest_Africa__Falcon_Campus__Esigodini__Zimbabwe
COOKING, CULLING, CULTURE AND CUT HEADS
January 8, 2016
Tech_Week_with_Intake_1___Quest_Africa__Falcon_Campus__Esigodini__Zimbabwe
Tech Week Intake 1
January 8, 2016

Quest Africa review by Tim Rath

Guten_Tag__An_article_from_one_of_our_international_students__Tim_Rath_from_Germany__based_on_his_journal_from__Survival_Week____Quest_Africa__Falcon_Campus__Esigodini__Zimbabwe

Hi! Ich komme aus Reutlingen, nähe Stuttgart, und entschied mich dazu, nach dem Abi ein „gapyear“ einzuschieben, bevor ich mit meinem Studium anfangen werde. Erst wollte ich work&travel in Neuseeland machen, doch dann erfuhr ich von Quest Africa. Ich muss zugeben, dass ich erst eine Weile überlegte, bevor ich mich letztendlich wirklich dazu entschied, mich auf Quest Africa zu begeben. Mittlerweile bin ich genau zwei Monate hier und ich bereue nichts. In fact, ich bin überaus dankbar und glücklich, dass ich hier gelandet bin. Da uns hier sehr stark empfohlen wird, ein Tagebuch zu führen, werde ich hier einenEintrag präsentieren, der wohl die bisher härteste Woche, auch genannt „SurvivalWeek“, bei Quest widerspiegelt:

„Entweder habe ich alle Hände voll zu tun oder bin extrem erschöpft, kaputt und müde, sodass ich es nicht schaffe, in mein Tagebuch zu schreiben. Wir campen nun seit 3 Tagen und es ist alles andere als „easy“ und entspannt.

Am Tag der Abreise zum Campen wurden wir nicht, wie erzählt um halb 6, sondern um 3Uhr nachts geweckt. Da man zum Campen nur eine bestimmte Anzahl an „additional items“ mitnehmen durfte und ich nicht auf Zelt, Isomatte, Schlafsack und Rucksack verzichten wollte, hatte ich weder Fleece, eine Jacke noch eine lange Hose dabei. Da es nachtsüber in Zimbabwe sehr kalt wird, war dies der reinste Horror. Noch nie in meinem ganzen Leben, wirklich noch nie, frierte ich dermaßen. Dazu kam, dass ich noch im Halbschlaf war und jeder weiß ja, dass wenn man müde ist, einem eher kalt ist.

Um kurz nach 3Uhr nachts gingen wir also auf Reise. Keiner wusste wohin und keiner wusste wie lang. Zu dieser Zeit war es noch dunkel und demnach konnte man einen wunderschönen Sternenhimmel sehen. Wir fuhren also mit einem riesigen Truck los. Unsere Facilitator vorne und wir 15 „Questors“ mussten alle nach hinten auf eine große Ladefläche. Im Freien, bei gefühlten -20°C und ohne jegliche Anschnallgurte und Sitze fuhren wir los. Zu dieser Zeit dachte ich mir echt: „Ach du scheiße, ich sterbe, ich will Heim.“

Da es so schon unglaublich kalt war, kam jetzt auch noch der Fahrtwind dazu. Noch nie war mir so kalt in meinem Leben. Nach einer Stunde Frieren kamen wir endlich an. Mit unseren 55L Rucksäcken ging es also los auf Wanderung. Nun war es ungefähr 4Uhr Nachts. Es war immernoch dunkel. Und wir gingen wandern. Mit unseren GPS’ in der Hand wurden wir geführt. Nach ca. weiteren 1,5 Stunden ging so langsam die Sonne auf. Der Sonnenaufgang war wunderschön und ich begann mich wohl zu fühlen. Wir wanderten nicht auf irgendwelchen gewöhnlichen Wanderwegen, sondern, da wir „in themiddleofnowhere“ waren, mussten wir „rightthroughthebush“. 2m hohes Gestrüpp, immer noch nass vom Tau und viele Felsen und kleinere Berge, wo es hoch und wieder runter ging, machten diese Wanderung zu einer richtigen Challenge. Nach zwei Stunden anstrengendem Wandern mit unseren Rucksäcken kamen wir an einer riesigen offenen Fläche an. Die Natur war einfach nur atemberaubend. „Untouchednature in themiddleof wild Africa“, wo es Leoparden, Black Mambas und Giraffen gibt, befanden wir uns.

Unsere Facilitator, welche übrigens zwei sehr sportliche und motivierte, jedoch authoritäre aber auch nette Menschen im Alter von ca. 25 Jahren sind, stellten uns bzw. stellen uns den ganzen Tag über immer wieder schwierige Tasks, die wir als Team (manchmal in 3er, 5er oder als komplette 15-Mann-Gruppe) lösen müssen. Hier war die Aufgabe, einen geeigneten Platz für unser Camp auf der riesigen Fläche zu finden. Dies war noch eine der sehr leichten Aufgaben und wurde demnach auch recht schnell und gut gelöst.

Den restlichen Tag verbrachten wir mit unendlich vielen „Hikes“, um entweder Wasser zu suchen, holen und finden oder die nächstliegenden Berge zu besteigen und anschließend die wunderschöne Aussicht zu genießen. An diesem Tag wanderten wir 28km.  Man muss jedoch beachten, dass wir nie auf irgendwelchen vorgegebenen Wanderwegen liefen, sondern immer durch das Gebüsch oder über Felsen bzw. an Bergen hochkletterten. Um 19Uhr kippten alle totmüde und komplett erschöpft, da es tagsüber einfach nur afrikanisch heiß ist, in’s Bett.

Am nächsten Morgen wurden wir um 5:30Uhr geweckt und es ging direkt los mit Fitness. Erst joggten wir für ungefähr 15 Minuten als Warm-up, bis wir an einer Stelle ankamen, wo es etwas bergauf auf. Daraufhin mussten wir immer in 3er Gruppen „hill-sprints“ machen und direkt zurück joggen. 30 Sekunden Pause und schon ging die nächste Runde los. Nach 4 Sprints war ich schon ziemlich fertig und hoffte, dass wir nichtmehr viele machen müssen. Ich schätzte, dass wir ungefähr 5 Sprints insgesamt hinlegen werden. Dann kam die Ansage einer unserer Facilitator: „OK guys, so we’regonna do 10 sprints in total, so that’s 6 moretogo.“ Erst dachte ich echt, dass ich nicht richtig verstanden habe, aber dies war leider nicht der Fall. Die letzten 3 Sprints waren echt hart und zwar richtig hart. Mir wurde schon ganz schwindelig, aber ich zog es durch. Nach den 10 hill-sprints war ich wirklich außer Atem. Ich war komplett fertig. Es folgten jedoch 10 push-ups, 10 sit-ups und zu guter letzt 10 „Burpees“ (für die Unerfahrenen: man lässt sich auf die Liegestützposition fallen, macht ein push-up, steht wieder auf, springt so hoch wie geht und klatscht über’m Kopf in die Hände.)

Nach dieser Einheit war ich echt am Ende mit der Welt, da ich zudem noch unglaublichen Muskelkater vom vortägigen Fitness-Test hatte. Aber wer hätte es gedacht; es folgte Runde 2. 10 push-ups, 10 sit-ups und noch einmal 10 Burpees. Danach lag jeder von uns nach Luft ringend und sprachlos auf dem Boden. Unsere Münder waren trockener als wenn man Mehl pur isst. Nach 5 Minuten kam jedoch die nächste Ansage von einem der Facilitator: „OK guys, nowwe’regonna jogg back tothe camp and do an exerciseevery 100 meters on theway back.“ Ich dachte mir echt, dass die uns umbringen wollen oder so. Ich konnte kaum laufen, aber ich sammelte  meine allerletzte Energie und versuchte zu joggen. Ich schaffte 20 Meter, dann musste ich laufen bzw. gehen. Es ging einfach nicht mehr. Also ging ich ein paar Meter und versuchte noch einmal zu joggen. Dann waren wir schon bei den ersten 100 Metern angelangt und wurden zu weiteren 10 push-ups beauftragt. Noch nie in meinem Leben war ich so kaputt und erschöpft. Danach ging wirklich gar nichts mehr. Nach weiteren 100 Metern wollte unser Facilitator gerade die nächste Aufgabe ansagen, doch dann drehte er sich zur Gruppe um und sah wie komplett am Ende wir alle waren und sagte nur noch: „Nevermindguys, we’re just gonnawalk back tothe camp.“

Am Camp angekommen, die komplette Gruppe erschöpft bis zum geht nichtmehr, wollte jeder einfach nur noch Wasser. Schade nur, dass wir „in themiddleofnowhere“ waren und unser Wasser schon aus war. Also mussten wir erst einmal auf einer Map nachschauen, wo das nächste Flusswasser ist, die Koordinaten ausrechnen und dann mit unseren GPS dorthin laufen.

An der Wasserquelle angekommen, sahen wir erst mal, wie dreckig das Wasser war, vergleichbar mit einer Matsch-Pfütze. Da wir keine andere Wahl hatten, mussten wir das Wasser erst filtern und danach kochen und als Tee trinken. So überlebt man also in der Wildnis…

(Das Filtern erfolgte übrigens mit unseren T-shirts.) Der einzige Weg, uns abzukühlen bzw „abzuduschen“ war übrigens auch dieses dreckige Wasser. Danach mussten wir den Reifen unseres Trucks wechseln. Auch hier war Teamwork angesagt.

Heute, 1,5 Tage später, mussten wir unsere eigenen „shelter“ bauen, in denen wir heute Nacht schlafen werden. Wir brauchten einige Stunden dafür, aber es hat wirklich Spaß gemacht. Wir hatten heute ebenfalls den ganzen Tag nur dreckiges Wasser zum trinken, welches wir immer erst filtern und danach kochen müssen, sodass wir nicht krank werden. Wir leben hier wirklich mitten in der Wildnis. Als Klopapier werden Blätter benutzt, als Zelte werden shelter aus Baumstämmen, Blättern und Gras benutzt. Wenn wir irgendwo hingehen müssen immer 3 Leute im Camp bleiben und auf die ganzen Sachen aufpassen. Genau zu diesem Zeitpunkt als ich das hier schreibe, bin ich diesmal einer der 3 Auserwählten und habe deshalb endlich mal Zeit in mein Tagebuch zu schreiben. Die anderen sind losgezogen um „richtiges“ Wasser und Essen zu holen. Jetzt kommen sie gerade zurück mit geköpften Chicken und erzählen mir, dass sie die Chicken gefangen und anschließend geköpft haben. Haha

Ich muss dann jetzt mal los und den anderen beim Federn zupfen helfen, damit wir dann auch was zum Abendessen haben.“